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Von der Burg zu Kloster und Schloss

750 Als die Franken Breitungen besiedelten, entstand vermutlich die erste befestigte Anlage auf dem Burghügel. Reste der alten Burg sind noch unter dem Kreuzgang des ehemaligen Klosters zu finden.
Um 915 Die Ungarn zerstörten die Burganlage während ihren Raubzügen im Frankenreich.
933 Erste urkundliche Erwähnung des Ortes Breitungen in der so genannten Königsurkunde Heinrich I. Ortsname: Bretinga. Das königliche Schriftstück besagt, dass der Ort durch Gebietstausch in den Besitz des Klosters von Hersfeld übergeht.
Die Gründung des Benediktinerklosters Burgbreitungen ist zeitlich nicht genau einzuordnen.
1049 Eine Grundstücksschenkung an das Kloster Fulda wurde „in monasterio breitingen“ (im Kloster Breitingen) beurkundet, die Existenz des Klosters zu dieser Zeit gilt damit als sicher.
1112 Pfalzgraf Siegfried von Orlamünde veranlasste die Weihe der Basilika im September.
1122 Kaiser Heinrich V. besuchte das Kloster Burgbreitungen, um dem im Kloster weilenden Erzbischof von Mainz den neuen Bischof von Würzburg, Gerhard von Henneberg, vorzustellen und um dessen Weihe zu bitten.
1326 In einer Urkunde wird Burgbreitungen erstmals als Herrenbreitungen erwähnt.
1337 Die Vogtei Herrenbreitungen wird Hennebergisches Lehen. Damit sind alle drei Ortsteile von Breitungen in der Verwaltung der Henneberger Grafen und bleiben es bis zum Aussterben dieses Geschlechtes.
1525 Bauernkrieg. Der Abt Erasmus Kupfermann und seine Mönche flohen durch die Wälder nach Fulda. Wütende Bauern, der sogenannte Werrahaufen, plünderten das Kloster und legten Feuer.
1552 Im Zuge der Reformation verließ der letzte Abt mit seinen drei Mönchen endgültig das Kloster.
1560 Nach der Heirat mit Sophie von Braunschweig-Lüneburg zu Geld gekommen, riss Graf Poppo von Henneberg die Ruinen des Klosters ab und begann auf den Grundmauern ein Schloss im Stil der Renaissance zu errichten. Die romanische Klosterkirche wurde zur Schlosskirche.
1574 starb er im Alter von 60 Jahren ohne Nachkommen.
1583 Am 31. August schlossen Georg Ernst, der letzte Graf von Henneberg, und der Landgraf Wilhelm von Hessen den Salzunger Vertrag. Es wurde festgelegt, dass nach dem Aussterben der Henneberger der Landgraf von Hessen das Schloss erhält. Sophie, die Witwe von Poppo, erhielt lebenslanges Wohnrecht.
1631 57 Jahre nach Poppos Tod starb sie im biblischen Alter von 90 Jahren.
1634/40 30-jähriger Krieg (1618-1648):
Sowohl Truppen der katholischen Liga als auch der protestantischen Union fügen dem Ort schwere Schäden zu. Auf dem Weg nach Meiningen lagern schwedischen Truppen in Breitungen. Am 10. Juni 1640 wird Herrenbreitungen ein Opfer der Flammen. Das Renaissanceschloss, das Pfarrhaus, Scheunen und Stallungen werden durch das Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Dach, der Dachstuhl und das Querschiff mit dem Chor der romanischen Basilika werden zerstört. Ab 1660 Hedwig Sophie von Hessen ließ die Reste des Chores der Basilika abtragen und rettete die Kirche durch den Bau der Ostwand.
1662 wurde die Basilika als reformierte Schlosskirche eingeweiht.
Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert wurden die notdürftig reparierten Schlossgebäude für Verwaltungszwecke genutzt. Justizamt, Gefängnis und später eine Tabakfabrik waren hier untergebracht. Außerdem wohnten zahlreiche Menschen und Tiere im Schloss und den Nebengebäuden.
1866 Im preußisch-österreichischen Krieg kämpfte Hessen an der Seite Österreichs. Da Österreich verliert, geht Herrenbreitungen an die Preußen.
1933-45 Im Schloss gab es einen Kindergarten, eine Turnhalle und einen Treffpunkt der Hitlerjugend. Ab 1943 kamen Bombenkriegsflüchtlinge aus dem Ruhrgebiet.
1945 Während Flüchtlinge in der Turnhalle lagerten, marschierte die US-Army ein. Anschließend übernahm die Rote Armee die Macht in Thüringen. Aus Schlesien, Ost- und Westpreußen und dem Sudetenland kommen ca. 2000 Flüchtlinge nach Breitungen, viele werden im Schloss einquartiert.
1955 begannen Mitglieder der Ortsgruppe des Kulturbundes mit der Restaurierung der Basilika.
1981 Die letzten Mieter verließen das Schloss. Im Kornhaus entstand ein Wohnheim für Studentinnen der Fachschule für Kindergärtnerinnen Schmalkalden, später wohnten dort vietnamesische Gastarbeiter.
1990 Nach der politischen Wende erhielten Fürstenflügel und Scheune neue Dächer.
1994 Im Schloss wurde ein Aktivmuseums zur Pflege ländlichen Brauchtums eingerichtet.
1996 Nach Verhandlungen auf Landesebene ging die Basilika in den Besitz der Kommune über, das Schloss verbleibt im Landesbesitz. Die Landesentwicklungsgesellschaft suchte einen Käufer.
2006 Ein Verkaufsversuch auf einer Immobilienauktion blieb erfolglos.
2007 Am 13. März kaufte der heutige Schlossbesitzer Martin Koenitz die Schlossanlage, um sie zu restaurieren und wiederzubeleben. Erste Schritte waren die Herstellung einer Wohnung und die Rekonstruktion des Festsaals zur Nutzung als Konzertraum.
2010 Statisch-konstruktive Sicherung des kompletten Fürstenflügels.
2010 Beginn der Nutzung des Kornhauses als Schlossherberge und für Feierlichkeiten.